Thema am 23.04.2019: Digitalisierung Afrikas

Digitalisierung Afrikas

Nirgendwo auf der Welt schreitet aber auch die Digitalisierung schneller voran als in Afrika. Auch nicht in China. So verdoppelte sich die Zahl der Internetnutzer allein in Nigeria von 50 auf 100 Millionen – in nur drei Jahren zwischen 2015 und 2018. Fast niemand von ihnen hat einen Festnetzanschluss (ein Prozent), alle nutzen Smartphones und/oder Tablets. Und Digitalisierung erfasst hier alles, vom Bestellen zum Bezahlen, vom Ausbilden zum Arbeiten. Alles läuft über das mobile Netz, völlig unabhängig von bekannten Akteuren wie etwa Banken.

In Afrika laufen alle Kommunikation und nahezu jeder Handel über Apps: In Kenia zahlt man seit 2007 vieles bargeldlos mit „M-Pesa“, in Angola kann man seit 2016 mit der „Tupuca“-App lebende Tiere, etwa Ziegen, vor seine Haustür in Luanda, der Hauptstadt, ordern. In Südafrika konkurrieren die Lieferservices „Mr D Food“ und „Uber Eats“ miteinander, eine Tochter des US-Taxidienstes. Bas „Jumia Food“ liefert Nahrungsmittel in die Stadtgroßräume von elf Ländern.

Unzählige Start-Ups haben sich in Nairobi angesiedelt. In Wohngebieten, aber auch in sogenannten Hubs. In diesen Zentren wird den neuen Firmen technologische Unterstützung angeboten. Kenias Hauptstadt wird deshalb auch gerne „Silicon Savannah“ genannt.

Die Zeiten, als man vom „verlorenen Kontinent“ sprach, sind vorbei. Derzeit haben einige Länder ein herausragendes Wirtschaftswachstum, Äthiopien beispielsweise mit zehn Prozent. Die Digitalisierung bringt Chancen und die starken Investitionen der Chinesen in Straßen, das Schienennetz und Häfen zahlen sich aus. Im Gegensatz zu den Chinesen haben Europa und die USA den Kontinent „sträflich vernachlässigt“. In der Telekommunikation haben die Afrikaner das Festnetz übersprungen und gleich auf Handys und Smartphones gesetzt.

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