Thema am 25.6.19: Zeitreisen

Zeitreisen

Physiker sind sich einig, dass zumindest eine der bekannten Arten von Zeitreisen umsetzbar ist.

Brian Greene ist Professor für Physik und Mathematik an der Columbia University. Tatsächlich gibt es laut Greene genau zwei Möglichkeiten, durch die Zeit zu reisen. Beide unterscheiden sich allerdings radikal. Eine davon ist das Reisen in die Zukunft – und glaubt man der Wissenschaft, ist diese definitiv durchführbar.

Dass eine solche Zeitreise möglich ist, hat Greene zufolge bereits Albert Einstein vor hundert Jahren nachgewiesen. Er selbst ist allerdings erstaunt darüber, wie wenig Menschen davon wissen.

Durch verlangsamte Zeit in die Zukunft

In Einsteins Darstellung von Zeitreisen passiert Folgendes: Begibt sich eine Person in den Weltraum, bewegt sich dort mit annähernder Lichtgeschwindigkeit, dreht um und kehrt auf die Erde zurück, würde ihre Uhr langsamer ticken. Damit wäre sie in die Zukunft auf der Erde gereist.

Einstein zeigte außerdem, dass der Aufenthalt in der Nähe einer starken Gravitationsquelle, zum Beispiel eines schwarzen Lochs, und die Bewegung an den Rand dieses Objektes dazu führen würde, dass sich die Zeit für diese Person im Vergleich zu allen anderen stark verlangsamen würde. Zurück auf der Erde wäre es dann ebenfalls wieder ein Besuch in der Zukunft.

Zeitreisen in die Vergangenheit sind problematisch

Physiker, die sich mit dieser Materie auskennen, stimmen dem zu, so Greene. Die andere Art der Zeitreise allerdings, jene in die Vergangenheit, ist die, die Diskussionen hervorruft. Viele glauben nicht, dass sie möglich ist.

Was dabei noch am ehesten in Erwägung gezogen wird, ist das Konzept von Wurmlöchern – übrigens ebenfalls von Einstein entdeckt. In der Theorie soll die Manipulation der Öffnung eines Wurmlochs dazu führen, dass die Zeit an beiden Enden nicht im gleichen Tempo verstreicht. Damit würde man beim Durchschreiten dieses Tunnels nicht von einem Ort im Weltall zu einem anderen Ort gelangen, sondern von einem Moment der Zeit zu einem anderen Moment. In der einen Richtung läge damit die Zukunft, in der anderen Richtung die Vergangenheit. Wurmloch-Theorie noch nicht verworfen.

Da nicht bekannt ist, ob es Wurmlöcher tatsächlich gibt, so Greene, weiß auch niemand, ob sie überhaupt durchquerbar wären. Es bestehen also zahlreiche Unsicherheiten, aber zumindest als verworfen gilt die Theorie noch nicht. Immerhin soll sich das US-Pentagon seit Jahren unter anderem mit Wurmlöchern beschäftigen.